Historie // 50 Jahre BDSE





Festakt im Münchner Rathaus am 7. Oktober 2005

Der Kleine Sitzungssaal des Münchner Rathauses bildete den würdigen Rahmen für den Festakt „50 Jahre Bundesverband Deutscher Siedler- und Eigenheimer e. V.“ am 7. Oktober 2005, zu dem Präsident Eduard Lukas ca. 70 geladene Gäste begrüßen konnte.

 
Ein besonderer Gruß des Präsidenten ging an den Schirmherrn der Veranstaltung, Oberbürgermeister Christian Ude, den Bayerischen Innenminister Dr. Günther Beckstein sowie an Staatssekretär Tilo Braune vom Bundesbauministerium. Weitere Willkommensgrüße richtete Lukas an die 2. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, Dr. Gertraud Burkert, den Präsidenten der Regierung von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, Justizminister a. D. Alfred Sauter, den Präsidenten des Deutschen Siedlerbundes, Alfons Löseke, den Geschäftsführer der BUGA 2005, Hanspeter Faas, den Ehrenpräsidenten des Bundesverbandes, Hans Esser, sowie an die anwesenden Mitglieder des Bayerischen Landtags und des Münchner Stadtrats.

In seiner Begrüßungsrede wies Präsident Eduard Lukas darauf hin, dass die Interessenvertretung der Eigenheimer in der Arbeit des Bundesverbandes seit dessen Gründung stets einen äußerst wichtigen Stellenwert eingenommen habe. Rückblickend zog er eine positive Bilanz der verbands-politischen Aktivitäten. Ein Beleg dafür sei allein schon die Mitwirkung des Bundesverbandes bei der Verankerung der Familienheim- und später der Wohneigentumsförderung.

Das 50-jährige Bestehen des Bundesverbandes falle in eine besondere Phase der Wohnungspolitik, die durch finanzielle Zwänge und eine anhaltende Nachfrage nach preisgünstigen Wohnungen gekennzeichnet sei. Um die gegenwärtigen Probleme zu lösen, sei vor allem ein nachhaltiger Stimmungsumschwung erforderlich. „Wir brauchen wieder mehr Zuversicht und Tatkraft“, so Lukas. Dafür müssten Politik und Wirtschaft Zeichen setzen.

Dass sich der Bundesverband in den vergangenen 50 Jahren große Anerkennung verdient habe, sei in erster Linie Persönlichkeiten zu verdanken, die bereit waren, ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Freizeit einzusetzen. Auch in Zukunft könne man den vielfältigen Aufgaben nur gerecht werden, wenn weiterhin dem Gemeinwohl gesinnte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stünden.

Oberbürgermeister Christian Ude erklärte in seinem Grußwort, er habe für den Festakt gerne die Schirmherrschaft übernommen, da das Münchner Rathaus die Verdienste des Bundesverbandes ganz besonders zu schätzen wisse. Ob es nun um Fragen des Wohnungs- und Siedlungsbaues, der sozialen Wohneigentumsbildung und damit der Familienförderung, um Belange des Natur- und Umweltschutzes ging: Stets standen die Stadt- und Bundesverbandsspitze in einem ausgesprochen konstruktiven und fruchtbaren Austausch der Meinungen.

Ude ging auch auf die in den letzten Jahren stark gestiegenen Abgaben und Energiekosten ein, die für viele Eigenheimer zu einer großen Belastung geworden sind. Er bat für die angesichts der wirtschaftlichen Zusammenhänge und finanzpolitischen Zwänge der Kommunen seiner Meinung nach unvermeidbaren Kostensteigerungen um Verständnis.

Innenminister Dr. Günther Beckstein lobte die Aktivitäten des Bundesverbandes, der seit einem halben Jahrhundert den Eigenheimgedanken kraftvoll gefördert und gegenüber der Politik und in der Öffentlichkeit effektiv vertreten habe. Damit verband er ein aufrichtiges Wort des Dankes und der Anerkennung für das jahrzehntelange beispielhafte Engagement. Er wisse sich bei der Wertschätzung des selbstgenutzten Wohneigentums und seiner Förderung in voller Übereinstimmung mit dem Bundesverband, der durch seine aktive Arbeit wesentlich dazu beigetragen habe, dass möglichst viele Familien in den eigenen vier Wänden leben könnten.

Bei seinen Ausführungen zur künftigen Wohnungspolitik sprach sich Beckstein dafür aus, dass die Erhöhung der Wohneigentumsquote weiter ein wichtiges Ziel bleiben müsse.

Der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Tilo Braune, der den leider verhinderten Bundesbauminister Dr. Manfred Stolpe vertrat, betonte in seiner Festansprache ebenso, dass sich der Bundesverband durch seine sachliche und fachkundige Arbeit vollste Anerkennung und Achtung erarbeitet habe. Er versicherte, dass die Wohneigentumspolitik auch künftig ein wichtiges Ziel der Bundesregierung bleiben werde, die vor allem unter struktur- und familienpolitischen Gesichtspunkten gesehen werden müsse. Dabei habe die Förderung des städtischen Wohnens von Familien mit Kindern in Zukunft oberste Priorität.

Der Staatssekretär wies weiter auf die großen Herausforderungen bei der Sanierung des Wohnungsbestandes hin. Die finanziellen Rahmenbedingungen seien aufgrund niedriger Zinsen und den von der Bundesregierung und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgelegten Förderprogrammen gut. „Modernisierung hilft nicht nur Energie sparen, sondern steigert auch den Wohnkomfort und den Wert der Immobilie.“

In seinem Schlusswort fasste Vizepräsident Friedrich Dietrich noch einmal die Forderungen des Bundesverbandes an die künftige Wohnungspolitik zusammen. Er betonte weiter, dass sich der Bundesverband auch in Zukunft kritisch mit Gesetzesvorhaben auseinandersetzen werde. Der Einsatz zur Abwehr zunehmender Belastungen des Wohneigentums wird dabei eine wichtige Aufgabe sein.

Auch der Natur- und Umweltschutz wird in Zukunft eine noch stärkere Rolle spielen. Dies gelte insbesondere bei der Ausweisung von Baugebieten, der Verwendung natürlicher Baustoffe, dem Einsatz umweltfreundlicher und alternativer Energiequellen sowie einer naturgemäßen und umweltschonenden Bewirtschaftung des Hausgartens. Um diese Aufgaben zum Wohle der Mitglieder zu meistern, bedarf es auch weiterhin eines starken Verbandes.

Dass der Bundesverband trotz seiner 50 Jahre ein junger und dynamischer Verband geblieben ist, bewies die musikalische Umrahmung des Festaktes durch das Saxophonquartett „Saxadonna“, das die Gäste mit beschwingter Musik unterhielt.